Dienstag, 8. Mai 2012

Pictionary mit udraw für die XBox360

Nachdem mich das Malfieber mit drawsomething und malen mit Freunden für das Smartphone ja nun schon voll gepackt hatte, war es naheliegend, sich auch das udraw Tablet für die XBox360 einmal genauer anzuschauen.
Die Preise für das udraw Grafiktablet sind mittlerweile enorm gefallen und so haben wir für etwas unter 20 Euro zugeschlagen.

Aus Spiele

Das Tablet ist kabellos mit der XBox verbunden und bietet neben Stift und Malfläche die wichtigsten Buttons.
Größe und Gewicht erlauben ein entspanntes Spiel vom Sofa aus.
Lediglich der Umgang mit dem Stift muß geübt werden. Um zu zeichnen reicht es nämlich nicht, den Stift einfach auf dem Tablet aufzusetzen. Vielmehr muß der Stift zum malen gedrückt werden.
Alles in allem funktioniert die Technik jedoch gut, sobald man sich einmal an den Umgang mit dem Stift gewöhnt hat.

Zur Hardware mitgeliefert wird eine Anwendung, die sich "Instant Artist" nennt.
Ein kleines Zeichenprogramm ohne nennenswerten Spielwert.
Insofern haben wir zu Preisen von ebenfalls um die 20 Euro noch zwei Spiele dazu gekauft. Pictionary und Marvel Super Hero Squad Comic Combat.
Über letztgenanntes Spiel kann ich noch nicht viel sagen, aber Pictionary haben wir nun schon einige Male gespielt.

Pictionary dürfte vielen bereits als Brettspiel bekannt sein und ähnlich funktioniert auch das virtuelle Pictionary.
Es wird gewürfelt, die Spielfigur wandert über ein virtuelles Spielbrett und alsdann versucht das Team, das an der Reihe ist, den gezeichneten Begriff zu erraten, bevor die Zeit abgelaufen ist. Alternativ versuchen alle Teams dies, wenn der Zeichner auf einem "alle spielen" Feld gelandet ist.
Einige Begriffe lösen schlicht ratloses Kopfschütteln aus. Was ich mit der Kategorie "Skateboardtricks" anfangen soll, weiß ich beim besten Willen nicht. "Ollie" habe ich ja zumindest schon gehört. Wobei mir nicht klar ist, wie man das in 90 Sekunden zeichnen soll. Einige der Tricks habe ich allerdings noch nie gehört, geschweige denn, dass ich auch nur im Ansatz wüßte, wie sie aussehen.
Zum Glück kann man einen neuen Begriff (nebst anderer Kategorie) wählen, wenn es so gar nicht paßt.

Die alles entscheidende Frage ist nun, warum man dieses Spiel auf der Konsole spielen sollte, wenn es doch ein Bleistift und ein Blatt Papier genauso tut.
Richtig. Und auch nicht.
Es ist schon ein großer Unterschied, ob man am PC/Konsole zeichnet, oder auf Papier.
Pictionary liefert ein kleines Zeichenprogramm mit.... ich kann Flächen ausfüllen, Stiftart, Farbe, Strichstärke etc. alles mit einem "Klick" schnell bestimmen.
Das erlaubt natürlich ein andere Art von Zeichnung, als auf dem Papier.
Und wer die besondere Herausforderung liebt, der kann noch Schwierigkeiten zuschalten oder gleich im Mania-Mode spielen, in dem das Spiel sich kleine Schikanen einfallen läßt, um es dem Zeichner zu erschweren, sein Kunstwerk zu erstellen (z.B. dreht sich das Bild währen der Zeichnung langsam).

Aus Spiele

Aus Spiele

Ein großer Vorteil ist es natürlich auch, dass die Teams uneingeschränkte Sicht auf die Zeichnungen haben.

Fazit:
Ob die wenigen Vorteile/Besonderheiten den Kauf rechtfertigen, muß jeder selbst entscheiden. Das Spiel kostet derzeit um die 20 Euro. Ich denke, wer die richtigen Mitspieler im Freundeskreis hat, wird für dieses Geld einige Abende lang gut unterhalten.
Wer jedoch nur alleine oder zu zweit vor TV und Konsole hockt, darf hier keinesfalls zugreifen. Denn mindestens zu viert muß man schon sein, um Pictionary zu spielen. Das unterscheidet die Konsolenversion allerdings nicht von dem echten Brettspiel. Auch in der nicht virtuellen Fassung macht Pictionary in großen Gruppen am meisten Spaß.

Montag, 7. Mai 2012

Drawsomething und MalenmitFreunden

Nachdem Spiele auf dem Smartphone ja nun immer populärer werden, ist es an der Zeit, auch hier ein paar Worte darüber zu verlieren.
Und zwar geht es hier um die Zeichenspiele "Draw Something" und "Malen mit Freunden".
Beide Spiele gibt es für iOS und Android.
Draw Something gibt es in einer werbefinanzierten freien Version und in einer käuflichen Variante.
Malen mit Freunden ist komplett frei, jedoch mit der Möglichkeit, sein Geld für Ingame-Content loszuwerden. Letzteres ist allerdings nicht verpflichtend, sondern bringt lediglich die Möglichkeit mit sich, schneller an neue Farben oder neue Begriffe zu kommen, welche allerdings auch erspielt werden können.

In beiden Spielen geht es darum, Begriffe zu zeichnen.
Aus einer Liste von Wörtern sucht sich der Zeichner einen Begriff aus und malt diesen für einen Mitspieler. Dieser bekommt das Bild dann angezeigt, wenn er das nächste Mal online ist und das Spiel startet. Es ist also nicht notwendig, dass beide Spieler zeitgleich online sind.

Zum Zeichnen hat der Spieler anfangs nur einige Grundfarben zur Verfügung, eine Radiergummifunktion und unterschiedliche Strichstärken. Später kann man erspielte Münzen/Sterne dann in neue Farben investieren.

Aus Spiele

Während beiden Spielen gemein ist, dass ein vorgegebenes Wort gezeichnet werden muß, so unterscheiden sie sich doch in Details:

Draw Something ist komplett in Englisch.
Der ratende Spieler hat unendlich viel Zeit zur Verfügung.
Hilfestellungen gibt es, indem man Bomben einsetzt. Diese können für Münzen erworben werden und reduzieren die Buchstaben, die zur Auswahl stehen, bis am Ende nur noch die Buchstaben angezeigt werden, aus denen das Lösungswort besteht.
Wurde das Lösungswort erraten, wird am Ende noch einmal das fertige Werk angezeigt.
Dadurch, dass kein Zeitlimit besteht, hat der Zeichner ausreichend Zeit, sich künstlerisch auszuleben (so das Talent dies zuläßt).

Einer meiner Zeichenpartner malt so begnadet gut, dass ich mich immer auf seine Bilder freue. Da wird das Spiel schon fast nebensächlich:

Aus Spiele

Malen mit Freunden ist auf deutsch.
Hier geht es gegen die Zeit... der Zeichner sollte idealerweise das wichtigste Detail zuerst malen und erst später Beiwerk hinzufügen.
Während dem Ratenden die Zeichnung nach und nach präsentiert wird, läuft die Zeit ab.
Gleichzeitig werden immer mehr Buchstaben des Lösungswortes präsentiert.

Anders als bei drawsomething ist es hier also nicht möglich, das Lösungswort gar nicht zu erraten. Allerdings kann es passieren, dass man am Ende dann nur wenige Punkte dafür erhält.

Das Prinzip des Ratens gegen die Zeit ist einerseits prima, weil es zeichnerisch ganz andere Herausforderungen stellt (=> das wichtigste zuerst darstellen).
Andererseits führt es dazu, dass das Zeichnen oft in den Hintergrund tritt und das Spiel eher zu einer "Buchstabensalat" Variante wird: Wer am schnellsten aus den vorgegebenen Buchstaben ein Lösungswort bastelt, erhält am meisten Punkte.
Da erhält man dann ein Strichmännchen nach dem anderen und je nach Buchstabensuppe ist es dann ein Angler, Soldat oder auch Vampir.

Fazit:
Draw Something erfordert gute Englischkenntnisse, während Malen mit Freunden als deutschsprachiges Spiel hier natürlich punkten kann.
Auch ist das Gegen-die-Zeit-raten Konzept von Malen mit Freunden interessant.
Allerdings ist das derzeit noch zu schlecht gelöst. Die Zeit rennt derartig schnell, dass ein vernünftiges Bild nicht zu erstellen ist.
Da zeichne ich doch lieber für 100 Punkte mit 6 Linien ein Haus, das sofort geraten wird, als umständlich für 200 Punkte einen "Darth Vader", der dann frühestens geraten wird, wenn nur noch 50 Punkte übrig sind.
Wenn Malen mit Freunden hier nachbessert, würde ich es bevorzugen.
Bis dahin mag ich Draw Something noch ein bisschen lieber.
Das schöne allerdings ist: man muß sich ja nicht entscheiden ;-)
Man kann ja - sofern Zeit und Mitspieler zur Verfügung stehen - beide Spiele parallel nutzen und sich über die jeweiligen Vorteile freuen.

Kurzweilige Spiele für zwischendurch sind es beide und gerne habe ich auch schon den einen oder anderen kompletten Abend damit verbracht :D

Sonntag, 29. April 2012

Gemüsefußball - Shaun das Schaf

Fan Artikel für Nerds oder ansatzweise ernstzunehmendes Spiel - diese Frage stellte sich uns, als wir "Shaun das Schaf - Gemüsefußball" aus dem Hause KOSMOS auf den Spieltisch legten.

Die Autoren Inka und Markus Brand lassen vermuten, dass es sich um ein einigermaßen ernstzunehmendes Mitbringspiel handeln könnte, da die beiden in der Vergangenheit bereits richtig gute Spiele (gerade auch Kinderspiele) herausgebracht haben.

Das Schachtellayout spricht jeden Shaun das Schaf Fan an.
Und somit auch uns. Ich bin bekennender Shaun-Fan. Das war wohl auch das Kaufargument.
Und leider bleibt das auch das einzige Kaufargument.

Denn als Spiel kann dieses Dingens nicht überzeugen.
Und das liegt gar nicht einmal so sehr an der Spielidee.
Aber das Material führt leider dazu, dass das Spiel kaum spielbar ist und ein unspielbares Spiel ist nun einmal keins. Soweit klar? ;-)

Aus Spiele

Die Idee hinter dem Spiel-das-keines-ist, ist die folgende:
Zu Beginn wird der Spielplan zusammengesteckt. Nach und nach werden Schweinehindernisse hinzugefügt. Es entsteht so eine Schräge mit Hindernissen, einer Startlinie oben und vier Zielfeldern unten.
Je nach Spielfarbe legt man nun den "Gemüsefußball" (eine Plastikkugel) in seinen Startplatz und tippt einmal kräftig auf eine markierte Stelle des Spielplanes und die Kugel rollt den Hindernisparcour hinab bis in eines der Zielfelder. Und wenn dort gerade Wertungschips liegen, bekommt der jeweilige Spieler diese.

Klingt spaßig? Wäre es vermutlich auch.
Leider hält die Praxis nicht, was die Theorie verspricht.
Denn in der Praxis tippt man einmal auf die markierte Stelle und der Gemüsefußball bewegt sich. Oder auch nicht. Und wenn er sich bewegt...dann gerne mal seitlich vom Spielplan herunter, weil sich die Seitenteile schon wieder gelöst haben. Oder gleich schwungvoll über das ganze Spielfeld drüber hinweg, weil man zu fest getippt hat. Oder quer durchs Wohnzimmer, weil sich die ganze Konstruktion schon wieder verabschiedet hat und die Kugel in die ganz falsche Richtung fliegt.
Manchmal - in seltenen Fällen - rollt sie aber auch dahin, wo sie soll und man erkennt, wie das Spiel funktionieren könnte, wenn es das täte.

Man könnte nun denken, wir seien einfach zu grobmotorisch für dieses Spiel.
Das mag sein.
Andererseits: es ist ein Kinderspiel! Und ich fürchte, die Kleinen sind nicht feinfühliger als wir. Und wenn ich andere Rezensionen im Netz lese, so wird dort ähnliches berichtet. Und dass die Seitenteile ständig herausfallen, egal wie fest oder vorsichtig man auf den Spielplan tippt, kann auch nicht gewollt sein.

Fazit:
Dieses Spiel ist kein Spiel, weil das Spielmaterial dies nicht zulässt.
Die Idee ist nett, aber das reicht leider nicht aus, um eine gute Bewertung zu erhalten.
Und somit komme ich zu einer Premiere in meinem Blog: ich kann zum ersten Mal ein Spiel so gar nicht empfehlen. Nicht einmal für Gelegenheitsspieler oder als schneller Aufwärmer kann dieses Dingens taugen.
Sollte der Verlag eines Tages eine schönere Variante anbieten - vielleicht aus Holz? - so wäre das Spiel für Kinder sicher einen Blick wert. Denn die Spielidee hat ihren Reiz.

Lucky Loop

Es war mal wieder soweit... Lucky Loop (Queen Games) hat den Weg auf unseren Spieltisch gefunden.
Das passiert erstaunlicherweise in schönster Regelmäßigkeit, wobei ich gar nicht genau sagen kann, warum. Denn Lucky Loop ist ein reines Glücksspiel und reine Glücksspiele mag ich bekanntlich nicht.

Aus Spiele

Warum ich Lucky Loop dennoch mag?
Weil es ganz hervorragend unterhält und auch weitgehend gut funktioniert.

Es geht bei diesem Spiel darum, eine Flugshow zu absolvieren, bestehend aus vier Pflichtaufgaben und einer Kür.

An jeder Seite des Spielplanes sind jeweils drei Farben aufgedruckt, die bestimmen, aus welchen Farben das Pflichtprogramm zusammengestellt werden muß.
Mit den Handkarten versucht man nun, ein entsprechendes Programm zusammenzustellen.
Welchen Schwierigkeitesgrad man sich dabei zumutet, bleibt jedem Spieler selbst überlassen. Entscheidend ist dabei natürlich auch, welche Karten man auf der Hand hat.

Liegt ein Pflichtprogramm aus, wird geflogen gewürfelt.
Dabei gilt es, die auf den Karten aufgedruckten Vorgaben entweder genau zu treffen (gibt Bonuschips) oder zu übertreffen.
Da für drei Karten nur 6 Würfel zur Verfügung stehen, muß man schon genau überlegen, wie man seine Würfel verteilt.
Im Notfall kann ein Bonus-Chip eingesetzt werden, um einen siebten Würfen zu erhalten oder nochmal würfeln zu dürfen.

Sind drei Pflichtprogramme absolviert worden, kann der Spieler entscheiden, ob er das vierte Pflichtprogramm angehen möchte, oder ob er lieber versuchen möchte, bereits absolvierte Programme noch einmal zu verbessern.
Ist der Pflichtteil einmal absolviert, so muß der Spieler zwingend eine Kür fliegen, für die es auch wieder besondere Regeln gibt.
Die anderen Spieler haben währenddessen noch Zeit, Ihrerseits Pflichtprogramme zu absolvieren oder zu verbessern.
Wenn eine Kür nicht geschafft wird, gibt das Strafpunkte.
Hat ein Spieler die Kür erfolgreich beendet, ist das Spiel vorbei und es kommt zur Abrechnung. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt, und das ist nicht immer automatisch derjenige, der die Kür geflogen ist, denn für diese gibt es vergleichsweise wenig Punkte und sie birgt zudem das Risiko, bei Fehlversuchen Punkte zu kosten.

Fazit:
Lucky Loop ist ein reines Glücksspiel. Die richtigen Handkarten und Würfelglück bestimmen das Handeln. Etwas abgemildert wird der Glücksfaktor durch die Möglichkeit, Bonus-Chips einzusetzen. Dennoch bleibt der Glücksfaktor hoch und alles entscheidend.
Taktische Überlegungen kommen allenfalls im Hinblick auf die Frage auf, ob man das Programm möglichst schnell durchzieht und auf Glück in der Kür hofft um so siegreich zu sein oder ob alternativ versucht wird, die Pflichtprogramme immer schwieriger zu fliegen, um so Zusatzpunkte zu erhalten.
Trotzdem funktioniert Lucky Loop. Langeweile kam zu keiner Zeit auf und sofern Glück und Pech gleichmäßig auf die Spieler verteilt sind, macht es Spaß.
Und das schönste ist: in der Schnäppchenecke gibt es das Spiel für unter 10 Euro.
So hat das Spiel seinerzeit den Weg zu uns gefunden... für diesen Preis nehmen wir gerne mal ein Spiel zum ausprobieren mit nach Hause. Und bei Lucky Loop hat sich das Ausprobieren gelohnt. Die 5 Euro (!) waren sehr gut investiert.

Mittwoch, 18. April 2012

Boom Blox Smash Party (Wii)

Nachdem sich die vergangenen Einträge hauptsächlich mit Brettspielen befasst hatten, findet nun ein Videospiel den Weg in diesen Blog.
Es handelt sich dabei um Boom Blox Smash Party aus dem Hause EA für die Wii.
USK Freigabe ab 0 Jahren, das heißt, wir haben ein echtes Familienspiel vorliegen.

Boom Blox Smash Party ist der Nachfolger des bereits 2008 erschienenen Boom Blox.
Auch der Nachfolger ist nicht mehr ganz taufrisch... die Veröffentlichung datiert auf 2009.
Das hat den netten Nebeneffekt, dass man das Spiel nun häufig sehr günstig erstehen kann.
Einige Internethändler verlangen zwar noch stolze 28 Euro (Stand: heute), aber es geht deutlich günstiger, wenn man etwas herumsucht ;-)
Und insbesondere als Budget-Titel ist das Spiel jeden Euro wert.

Das Spiel, welches von niemand geringerem als Steven Spielberg mit entwickelt wurde, überzeugt vor allem im Mehrspielermodus.
Im Einzelspielermodus mag es nach einiger Zeit langweilig werden... dafür habe ich es nicht ausdauernd genug gespielt, um das beurteilen zu können.
Im Mehrspielermodus spielt Boom Blox Smash Party seine ganze Stärke aus.

Generell dreht sich Boom Blox um Blöcke (wer hät's gedacht ;-))
Diese sind in den unterschiedlichen Szenarien variantenreich gestapelt und je nach Spielmodus sollen sie herunterfallen oder genau dies nicht tun.

Sprich: es gibt "Jenga"-Varianten, in denen es darum geht, dass ein solches Block-Gebilde eben nicht zusammen stürzt, es gibt Spielmodi, in denen man mit möglichst wenig Würfen Gebilde zum Einsturz bringen muß und es gibt die Aufgabe, Blöcke einer bestimmten Farbe zum Einsturz zu bringen, während die Blöcke seiner eigenen Farbe übrig bleiben müssen.
Und dazu noch mehrere Unterarten dieser Spielmodi.

Das Spiel verfügt dabei über einen Einzelspieler- und einen Mehrspielermodus, wobei mehrere Spieler gegeneinander oder kooperativ antreten können.

Letzteres entwickelte sich zu dem favorisierten Modus meines Lieblingsmitspielers und mir, da gute Koop-Spiele wirklich selten sind.

Und dieser Koop-Modus macht dieses Spiel in meinen Augen auch zu einem hervorragenden Familienspiel, denn so können auch Kinder der unterschiedlichen Altersstufen mit einbezogen werden.

Die Spielsteuerung ist dabei sehr einfach gehalten. Zielen und feuern.
Nur die Jenga Varianten sind etwas kniffeliger und können auch schon mal frustig werden.
Aber es gibt ja ausreichend Alternativen, wenn man die Jenga-Level nicht mag.

Und wenn die Szenarien zu Ende gehen, dann kann man sich Nachschub aus dem Netz herunterladen.
Das klappt ganz einfach, sofern die Wii eine Internetanbindung hat.

Neben der hakeligen Jenga-Steuerung habe ich eigentlich nur die übliche schlechte Wii-Grafik zu bemängeln. Wie man es von der Wii im Grunde gewohnt ist, wurde hier auf bunt und zweckmäßig gesetzt und es wirkt alles etwas grob und klotzig.
Nun ja... paßt irgendwie ja auch zum Titel ;-)
Da mir ein gutes Spiel mit weniger gelungener Grafik jedoch lieber ist, als umgekehrt, stört mich die Grafik auch nicht wirklich.

Fazit:
Was im Einzelspielermodus möglicherweise schnell öde wird, entpuppt sich in der Mehrspielervariante als gelungenes Familienspiel und spaßiges Partyspiel.
Wer die Möglichkeit hat, Boom Blox Smash Party zu einem Schnäppchenpreis zu erwerben, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Freitag, 23. März 2012

...an einem neuen Tisch

Wir haben es geschafft.... wir haben uns vergrößert.
Seit diesem Monat gehört Ken zur Familie.

Ken ist übrigens unser neuer Esstisch, der zusammen mit den Vierlingen "Eugen" zu uns gezogen ist.
Der Glastisch eines schwedischen Möbelhauses war ja recht nett, aber für Auslage-lastige Spiele viiiiel zu klein.

Also sind Ken und vier Eugen eingezogen.

Die Geschichte dazu, wie Kundenservice ganz klein geschrieben wird, und wie man es geschafft hat, den Tisch verspätet und alsdann exakt in den eineinhalb Wochen zu liefern, in denen wir im Urlaub waren, ist etwas länger.

In der Kurzfassung lautet sie wie folgt:
Ich hatte mehrfach den Händler über unsere Urlaubsabwesenheit informiert und auch jedesmal prompt eine Antwort vom Kundenservice erhalten, in denen mir versichert wurde, unsere Urlaubsabwesenheit sei natürlich vermerkt worden und überhaupt würde sich Hermes ja einige Tage vorher noch mit uns in Verbindung setzten, um den genauen Lieferzeitpunkt abzuklären. Alles gar kein Problem.

Die letzte Email dieses Inhalt kam übrigens am 05.03.2012 bei uns an.
Drei Tage später kam der Tisch.

Wir waren zu diesem Zeitpunkt gerade 3000 km entfernt unterwegs und Hermes hatte sich natürlich nicht mit uns in Verbindung gesetzt.

Ken

Sei's drum. Der Tisch ist wirklich schön.

Und damit in einem Spieleblog wenigstens einmal das Thema gestreift wird: Im Urlaub hatten wir natürlich einige Spiele mit, aber diesmal haben wir uns ausschliesslich mit "Big Five" (Amigo Verlag/Autor Reiner Knizia) beschäftigt.
Jeden Abend wurden ein oder zwei Getränke gebunkert... man hatte ja all inklusive ;-)
Und netterweise hatten wir einen ausreichend großen Esstisch im Apartment.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Pergamon

Ein paar Tage ist mein letzter Beitrag nun her.
Das liegt daran, dass wir einen wunderschönen Skiurlaub im Allgäu verlebt haben.
Natürlich waren auch einige Spiele im Koffer, unter anderem das Spiel Pergamon von eggertspiele. Und dieses Spiel entwickelte sich zum Renner unserer dortigen Spieleabende.

Pergamon ist vom Autorenduo Stefan Dorra und Ralf zur Linde.
2 bis 4 Spieler haben in diesem Spiel die Aufgabe, eine möglichst wertvolle (sprich: große und dabei alte) Sammlung für ein Museum zusammenzustellen.

An die begehrten Fundstücke kommt man durch Ausgrabungen, für die man natürlich Geld benötigt.

Aus Spiele

Der Spielplan besteht aus 4 Bereichen.

1. der obere Bereich

Hier ist eine Leiste, auf der die Spielfiguren pro Runde platziert werden.
Die jeweiligen Felder enthalten unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Forschungsgelder, die man erhält, sowie hinsichtlich der Ebenen, in denen man später Ausgrabungen tätigen darf.
Die Besonderheit ist: die Leiste wird später von rechts nach links abgearbeitet.
Wer zu weit links steht, geht möglicherweise leer aus. Weil entweder das Geld schon an andere Spieler verteilt wurde und/oder die jeweilige Ausgrabungsstätte schon von anderen gewählt wurde.
Dafür sind die linken Felder natürlich die, mit den besten Optionen.

2. auf der linken Seite: die Ausgrabungsstätten

Links auf dem Spielplan befinden sich die Ausgrabungsstätten. Hier werden im Verlaufe des Spieles die Fundstücke ausgelegt. Es gibt dabei fünf Etagen... je tiefer es hinunter geht, desto teurer wird die Ausgrabung. In aller Regel sind unten dann aber auch die ältesten Fundstücke.

3. der mittlere Bereich: der Kalender

im mittleren Bereich befindet sich der Kalender, den man auch gut Rundenzähler nennen kann ;-)

Über insgesamt 12 Runden geht eine Partie.
Zu Beginn des Spiels kommen auf jedes der 12 Felder jeweils fünf verdeckte Fundstücke-Plättchen. Zu Beginn einer Runde werden die verdeckten Plättchen dann aufgedeckt und dem Alter nach sortiert links auf den Spielplanbereich mit der Ausgrabungsstätte gelegt.

4. der rechte Bereich: die Wertungen
Im rechten Bereich legen die Spieler Marker ab, die dem Wert ihrer ausgestellten Sammlung entsprechen. Die Jahrhundertangabe auf dem Fundstück zeigt dabei den Wert an.
Gehört in eine Sammlung z.B. ein Ring aus dem Jahre 588 v. Chr. und eine Vase aus 367 v. Chr. so wäre die Sammlung 8 Punkte wert.
Alle paar Runden gibt es eine Wertung und die Werte der Sammlungen werden in (auf dem Spielplan abgedruckte) Siegpunkte umgewandelt.

Der Ablauf der jeweiligen Runde ist nun wie folgt:
1. Zwei Geldkarten vom Stapel nehmen. Diese liegen noch verdeckt! Auf der Rückseite der Karten ist lediglich zu sehen, ob ein Geldsack verteilt wird oder eine Schatulle.
Wird ein Geldsack verteilt, so kann das bedeuten, dass nur eine Münze verteilt wird, maximal aber auch vier. Die Schatulle hat 5 bis 8 Münzen im Angebot.
Dieses Wissen, welche Geldmenge ungefähr zu erwarten ist, beeinflusst natürlich auch die Wahl des Feldes, auf das man seine Spielfigur setzt.
Außerdem werden die Fundstücke der entsprechenden Runde aufgedeckt und dem Alter entsprechend in die Ausgrabungsstätten einsortiert.

2. Spielfiguren einsetzen, die dann von rechts nach links "abgearbeitet" werden

3. Geld verteilen und zwar beginnend mit dem Spieler, dessen Spielfigur rechts auf der Leiste steht. Je weiter links man steht, desto größer ist das Risiko, dass man kein Geld mehr abbekommt. Der Spieler ganz links bekommt das komplette bis dahin unverteilte Geld der Runde... mitunter also mehr, als er eigentlich laut Aufdruck auf dem Feld erhalten sollte.

4. Jeder Spieler kann nun - entsprechend der vorgenannten Reihenfolge - Ausgrabungen vornehmen. Er benötigt dafür die entsprechende Anzahl an Geld und er muss auch in dem entsprechenden Stockwerk graben dürfen.
Wie schon erwähnt, ergibt sich das auch durch das Feld, auf dem die Spielfigur eingesetzt wurde.
Auch hier gilt: Wer in den Bereichen I bis III graben darf, aber erst als Vierter an die Reihe kommt, weil er zu weit links steht, kann unter Umständen leer ausgehen, wenn diese Stockwerke schon von den Mitspielern geplündert wurden.

5. Optional: Wer einige Fundstücke zusammen getragen hat, kann sich entscheiden, eine Ausstellung zu eröffnen. Dazu legt er seine Fundstücke in eine von insgesamt drei möglichen Reihen und setzt seinen Marker auf den entsprechenden Wert im rechten Wertungsbereich des Spielplanes.
Ältere Sammlungen (gleich ob eigene oder fremde) mit geringerem Wert als die neue Sammlung verlieren dabei an Wert und werden schlimmstenfalls ganz aus dem Spiel genommen.

Damit man nicht zu lange mit der Ausstellung wartet, gibt es die Regel, dass das Einlagern von mehr als drei Fundstücken Geld kostet.

Nun gilt es noch, eine Besonderheit dieses Spieles gesondert vorzustellen:
Bei Pergamon hat man nämlich noch einen (wenngleich geringen aber unter Umständen entscheidenden!) Puzzleanteil zu bedenken.
Die Fundstücke sind bekanntlich umso wertvoller, je älter sie sind.
Fundstücke werden nun aus jeweils zwei Fundstück-Hälften zusammengesetzt.
Jeweils rechts unten auf einem Plättchen steht eine Zahl von 1 bis 5, die das Jahrhundert angibt, aus dem das Fundstück ist.
In der linken unteren Ecke steht dann das genaue Jahr.

Zum Beispiel:
Ich habe ein Plättchen mit der linken Häfte einer Maske. Mein Plättchen zeigt eine 4, also weiß ich schon, dass sie aus dem 4. Jahrhundert ist.
Nun schaue ich, dass ich in weiteren Ausgrabungen eine rechte Hälfte der Maske bekomme, deren Zahl auf der linken Seite möglichst hoch ist. Steht dort zum Beispiel eine 88 v Chr. so habe ich zusammengesetzt eine Maske, die auf 488 v. Chr. datiert werden kann.
Ich muß mich nun entscheiden, ob ich die "88" mit der 4 verbinden will.
Möglich wäre auch, darauf zu hoffen, dass ich irgendwann noch eine Maskenhälfte mit einer 5 bekomme, so dass ich eine Maske aus 588 v. Chr. hätte.
Da es zusätzliche Siegpunkte für die älteste Maske oder das älteste Fundstück überhaupt gibt, kann dies von entscheidender Bedeutung sein.


Fazit:
Das Spiel kommt mit liebevoll gestalteten Spielmaterialien daher.
Auch Kleinigkeiten wissen dabei zu gefallen. So werden die Siegpunkte in Form von verkauften Eintrittskarten dargestellt. Was schlüssig ist, denn es geht darum, attraktive Sammlungen auszustellen... je besser (attraktiver) die Sammlung, desto mehr Eintrittskarten werden verkauft (= je mehr Siegpunkte erhält der Spieler).
Solche Kleinigkeiten machen das Spiel sehr stimmungsvoll.

Beachtlich finde ich dabei, dass durchaus viel Spielmaterial geliefert wird und das bei einem Preis von unter 20 Euro!

Pergamon ist durchaus glückslastig. Und natürlich sollte man auch eine gewisse Zockermentalität haben.
Dadurch, dass die Geldkarten verdeckt gezogen werden und man nur ungefähr weiß, ob tendenziell mehr oder weniger Geld verteilt werden wird, muss man schon etwas pokern, wo man seine Figur nun einsetzen will.
Ebenso ist es natürlich glücksabhängig, ob man in den Ausgrabungsstätten nun die Objekte findet, die man für seine Sammlung so dringend benötigt.
Obwohl ich bekanntermaßen weder Zockerspiele noch allzu glückslastige Spiele mag, gefällt mir das Spiel zumindest in der zwei-Personen-Variante sehr gut.

Die zwei-Personen-Variante unterscheidet sich von der Partie mit drei oder vier Spielern dadurch, dass ein "Grabräuber" mitspielt. Der Grabräuber bremst nach festen Regeln den Überfluss aus, der sonst im zwei-Personen-Spiel entstehen würde.
Da der Grabräuber dabei immer vorhersehbar handelt, reduziert er dabei jedoch den Zufall, der bei diesem Spiel eine Rolle spielt, wenn mehrere menschliche Mitspieler am Tisch sitzen.

Ob mir Pergamon mit mehreren menschlichen Mitspielern und damit deutlich größerem Ärger-Faktor noch genauso gut gefallen wird, bleibt abzuwarten.
In der Zwei-Personen-Variante hat der Ärgerfaktor ein erträgliches Maß und Glück und Zufall existieren in einem Rahmen, der wiederum zum Szenario des Spiels paßt. Schätze findet man nun einmal nicht auf Ansage.

Da es hier viel Spielspaß für relativ wenig Geld gibt, kann ich das Spiel guten Gewissens empfehlen.

Montag, 2. Januar 2012

San Juan

San Juan aus dem alea (Ravensburger) Verlag von Andreas Seyfarth ist ein Katenspiel, das in Anlehnung an das bekannte Brettspiel Puerto Rico entwickelt wurde.

Aus Spiele

In San Juan wetteifern 2 bis 5 Spieler darum, über ausliegende Karten möglichst viele Siegpunkte zu erhalten. Eigentlich ist das Spiel für 2-4 Spieler, aber mit der Ausnahme, dass in der letzten Runde die Karten knapp wurden, hat es auch zu fünft gut gepasst ;-)

Der Spielaufbau und -ablauf ist dabei sehr einfach.

In die Tischmitten kommen die Rollenkarten und die Handelsmarker, die unterschiedliche Verkaufspreise für zu verkaufende Waren festlegen.
Jeder Spieler bekommt Karten auf die Hand (zu Beginn 4).

Der Startspieler erhält die Gouverneurkarte, die den Startspieler der jeweiligen Runde anzeigt. Die Gouverneurkarte wird am Ende der Runde weitergegeben, das heißt der Startspieler wechselt reihum.
Der Gouverneur hat zunächst die Aufgabe, an die Kapelle (eine Spezialkarte, die am Anfang einer Runde "gefüttert" werden darf) und an das Handkartenlimit zu erinnern.
Ferner darf er als erster seine Rolle für die aktuelle Runde wählen.

Hierzu sucht er sich aus den bereitliegenden Rollenkarten seine gewünschte Rolle aus und nimmt die Karte an sich.
Auf der Karte wird nun angezeigt, welche Wirkungen die Karte hat.
Hierzu gibt es einmal Wirkungen, die für jeden Mitspieler gelten (Ausnahme: Goldgräber... der wirkt nur für den Spieler, der die Rolle gewählt hat).
Ferner gewährt jede Rolle Privilegien, die ausschließlich für den Inhaber der Rolle gelten.

Bsp: Der aktive Spieler wählt die Rollenkarte "Aufseher". Nun dürfen alle Spieler, die ein freies Produktionsgebäude ausliegen haben, eine Ware produzieren. Der Spieler, der die Aufseherkarte gewählt hat, darf danach noch eine weitere Ware produzieren.


Wenn diese Rolle abgearbeitet wurde, ist der nächste Spieler an der Reihe. Er wählt aus den verbleibenden Rollen eine aus und löst damit seinerseits Wirkungen für die gesamten Mitspieler und/oder sich aus.

Die Karten in dem Spiel haben drei Funktionen - je nach Art und Weise der Verwendung:

1. Wenn eine Karte offen ausgelegt wird, gilt sie als ein Gebäude. Die Wirkungen des Gebäudes sind damit aktiv und gewähren Siegpunkte und/oder Vorteile während des Spieles.

2. Um ein Gebäude zu bauen, muß ich Baukosten zahlen. Die Kosten stehen oben am Rand.
Kostet ein Gebäude z.B. "2", so muß ich (grundsätzlich) 2 Handkarten dafür bezahlen. Damit werden die Handkarten also wie Spielwährung behandelt.

3. In der Produktionsphase werden die Karten verdeckt benutzt. Wenn eine Karte verdeckt auf ein Produktionsgebäude gelegt wird, zählt diese Karte als eine Ware.

Damit sind die wesentlichen Spielprinzipien erklärt.
Die Spieler versuchen nun, durch ihre Auslage möglichst viele Siegpunkte zu erreichen.
Nachdem ein Spieler sein zwölftes Gebäude errichtet hat, wird die Baumeisterphase noch beendet, danach endet das Spiel und es wird abgerechnet.

Fazit:
San Juan ist ein sehr schönes Spiel.
Die Altersangabe ab 10 Jahre würde ich davon abhängig machen, wie spielerfahren die mitspielenden Kinder sind. Unsere 12jährige Mitspielerin war anfangs leicht überfordert, hat sich dann aber schnell in das Spiel eingefunden, allerdings mit eher impulsiven Entscheidungen ;-)
Wirklich schön ist der Umstand, dass man im Grunde die gesamte Zeit über in das Spiel involviert ist, da die Karten (bis auf eine Ausnahme) immer Wirkungen für die gesamte Spielrunde haben.
Kartenspieltypisch ist natürlich auch wieder der Glücksfaktor im Spiel. Ich wollte am Ende gerne noch ein teures Gebäude bauen, habe es aber nicht mehr geschafft, noch eine entsprechende Karte zu erhalten. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass wir zu fünft gespielt haben und uns am Ende die Karten ausgingen ;-)
Mit etwas mehr Auswahl wäre da vielleicht noch ein dicker Fisch zu angeln gewesen ;-)
Gewonnen habe ich übrigens trotzdem, was den durchaus guten Gesamteindruck noch verstärkt hat. :D

San Juan kann ich nahezu uneingeschränkt empfehlen. Nur Hardcore-Strategen, die absolut keinen Glücksanteil akzeptieren können, sowie Vielspieler, bei denen Spiele unter drei Stunden Spieldauer nicht ernstzunehmen sind, werden hier nicht gut bedient werden.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

7 Wonders inkl. 2-Personen-Variante

7 Wonders aus dem Verlag Repos Production, in Deutschland über Asmodee vertrieben, ist ein Spiel, das 2011 kontrovers diskutiert wurde. Der Grund dafür liegt in der Ansammlung von diversen Preisen, die dieses Spiel seit dem Erscheinen im Jahr 2010 gehamstert hat.
Unter anderem wurde das Spiel zum "Kennerspiel des Jahres 2011" gekürt.
Und besonders hier gehen die Meinungen weit auseinander, ob diese Auszeichnung verdient war oder nicht.
Da man sich aber zumindest in dem Punkt einig war, dass es sich um ein recht gutes Spiel handele, ist es bei uns auf der Wunschliste und letztlich umterm Weihnachtsbaum gelandet.

Aus Spiele


7 Wonders ist von Antoine Bauza, derzeit in der Grundversion für 3 bis 7 Spieler ausgelegt, wobei es auch eine 2-Spieler-Variante gibt.

Der Preis liegt irgendwo zwischen 30 und 40 Euro - je nachdem, wo man es kauft.

Für diesen stolzen Preis erhält man dann 7 Tableaus mit jeweils einem Weltwunder. Die Tableaus sind beidseitig bedruckt und unterschieden sich in den Ausbauphasen.

Ferner erhält man viele Karten. Sehr viele Karten. Und schon wird klar: 7 Wonders ist ein Kartenspiel.

Hinzu kommen noch einige Pappmarker in Form von Münzen und Konfliktmarker.
In der ersten Version waren die Münzen noch aus Holz. Jetzt ist es Pappe. Nun ja.

Jeder Spieler bekommt nun ein Weltwunder zugelost. Außerdem bekommt jeder Spieler 7 Karten des aktuell gespielten Zeitalters auf die Hand.
Zeitalter gibt es drei und jeweils 6 Runden werden pro Zeitalter gespielt.
Man sucht sich nun eine Karte aus, mit der man aktuell spielen möchte und gibt dann die übrigen Karten an seinen Nachbarn weiter.
Die ausgesuchte Karte wird nun ins Spiel gebracht.

Man kann damit seine Stadt vergrößern. Die so ausgespielten Gebäude bringen entweder Vorteile während des Spieles und/oder in der Endabrechnung.

Man kann sein Weltwunder ausbauen. Dieses kann in drei (teilweise vier) Schritten geschehen und bringt Vorteile während des Spieles und/oder Siegpunkte in der Endabrechnung.

Und man kann die gewählte Karte auch einfach verkaufen.

Einige Karten kann man kostenlos bauen, andere kosten Geld und wieder andere benötigen bestimmte Rohstoffe oder Güter.
Diese bekommt man entweder aus seiner eigenen Produktion, weil man vorher schon entsprechende Karte gespielt hat. Oder man muß sie einkaufen, sofern der rechte oder linke Sitznachbar diesen Rohstoff haben. Das kostet in der Regel 2 Geld.

Gebäude können auf zwei verschiedene Arten kostenlos sein:
Entweder sie kosten laut Angabe auf der Karte nichts.
Oder sie dürfen kostenlos errichtet werden, weil man zuvor andere Gebäude errichtet hat, die dann die kostenlose Errichtung bestimmter anderer Gebäude erlauben.

Hier kann man also unter Umständen ganze Gebäude-Kettenreaktionen auslösen.
Sofern man die richtigen Karten erhält.
Und hier merkt man dann, dass 7 Wonders ein Glücksspiel ist.
In der 2-Personen Variante weiß ich, dass ich die Karten noch mehrfach erhalten werde, aber bei 7 Personen sehe ich die Karten nicht mehr wieder, die einmal durch meine Hände wanderten.

Es gibt in 7 Wonders viele verschiedene Möglichkeiten, um an Siegpunkte zu kommen... sei es durch geglückte naturwissenschaftliche Kombos, sei es durch militärische Stärke, die am Ende eines jeden Zeitalters Punkte bringt (oder kostet) oder sei es durch Profanbauten, durch Gilden etc.
Nur ist es nicht möglich, sich wirklich auf eine Strategie festzulegen und die dann weiter zu verfolgen. Im Grunde spielt man im "hier und jetzt" und greift sich eine Karte, die vielversprechend aussieht. Der Rest ist das Prinzip Hoffnung.

Etwas anderes gilt in der 2-Personen-Variante.
Diese wird in den Rezensionen recht stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht, wie ich finde!

Kritisiert wird an der 2-Personen-Variante, dass sie aufgesetzt wirkt (und wohl auch tatsächlich ist ;-)).
In der 2-Personen Variante verwalten die Spieler nämlich abwechselnd eine freie Stadt.
Das heißt, eine dritte Stadt kommt wie ein dritter Spieler ins Spiel.
Wer nun aber denkt, dies sei wirklich nur eine erbärmliche Krücke, der irrt.
Denn hierdurch kommt deutlich mehr Überlegung und Taktieren ins Spiel.

Der Spieler, der gerade die freie Stadt verwaltet, hat nämlich plötzlich einen deutlich größeren Handlungsspielraum: Die freie Stadt bekommt einen eigenen Kartenstapel, der aber nicht mit herumgereicht wird. Statt dessen nimmt der verwaltende Spieler die obere Karte dieses Stapels mit auf seine Hand und wählt nun zwei Karten aus... eine für seine eigene Stadt und eine für die freie Stadt. Das ermöglicht zum Beispiel, die freie Stadt Rohstoffe bauen zu lassen, die man möglicherweise bald benötigt, aber noch niemand produziert.
Hier können aber auch Karten gut eingelagert werden, die man selbst gerade nicht bauen kann/will, die aber dem Mitspieler auch nicht unbedingt in die Hände fallen sollten, weil der die gerade zu gut gebrauchen könnte.
Und da die freie Stadt auch Handel treibt, kann man gerne mal bestimmen, dass die Stadt bei einem selbst einkauft.

An der 2-Personen-Variante hat übrigens Bruno Cathala mit herumgewerkelt oder zumindest ein paar hilfreiche Tipps gegeben. Damit kann's ja schon nicht allzu schlecht sein ;-)

Fazit:
7 Wonders ist ein Card-Drafting Spiel, das funktioniert. Sofern man sich auf den hohen Glücksfaktor einlassen kann. Vielspieler, die bekanntlich gerne Strategien und Taktiken austüfteln und dann (zu Recht ;-)) Wert darauf legen, dass die Mechanismen des Spieles entsprechend greifen, sind hier falsch.
Zumindest in großen Runden.
Aber auch in der von mir gerade noch gelobten 2-Personen-Variante gibt es natürlich noch einen hohen Glücksfaktor, wenngleich nicht mehr so ausgeprägt, wie in einer großen Runde. Es ist und bleibt eben ein Kartenspiel.
Ich denke 7 Wonders macht Spaß und funktioniert, ist aber auch eher ein Aufwärmer oder ein Spiel, das man gut mitnehmen kann, wenn man sich mit Gelegenheitsspielern trifft.
Und über die Angemessenheit des Kaufpreises mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

Arenques Weblog...

befasst sich mit Spielen. Das kann alles sein... vom klassischen Brettspiel über Konsolenspiele bis hin zum MMORPG. Da es schon viele gute Seiten im Netz gibt, die Spiele besprechen, möchte ich hier meine Ersteindrücke vorstellen und vielleicht auf das eine oder andere Spiel neugierig machen. Hier kommen also meine Ersteindrücke und andere mehr oder weniger (;-)) kurze Einträge zu allem, was gerade auf dem Spieltisch liegt oder in der Konsole rotiert. Dieser Blog ist rein privater Natur. Die vorgestellten Spiele stammen aus meinem privaten Fundus oder wurden in privaten Spielerunden bei/mit Freunden gespielt. Offenes oder verstecktes Sponsoring irgendwelcher Verlage findet nicht statt. Kontakt über neradhr [at] serrarg.qr (Zum Schutz vor Spam Rot13 codiert) oder über die Kommentarfunktion.

Archiv

Mai 2012
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Pictionary mit udraw...
Nachdem mich das Malfieber mit drawsomething und malen...
Arenque - 8. Mai, 12:55
Drawsomething und MalenmitFreunden
Nachdem Spiele auf dem Smartphone ja nun immer populärer...
Arenque - 7. Mai, 12:19
Gemüsefußball...
Fan Artikel für Nerds oder ansatzweise ernstzunehmendes...
Arenque - 29. Apr, 17:06
Lucky Loop
Es war mal wieder soweit... Lucky Loop (Queen Games)...
Arenque - 29. Apr, 12:13
Boom Blox Smash Party...
Nachdem sich die vergangenen Einträge hauptsächlich...
Arenque - 18. Apr, 12:53

Links

Suche

 

Status

Online seit 910 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 8. Mai, 13:07

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Web Counter-Modul


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren